"Mit einer engen Zusammenarbeit kann man vieles erreichen" - GummibärenCup startet zur 3. Auflage

Achja, Corona und der Sport...

Während es in den Profibereichen doch irgendwann zumindest irgendwie weiterging traf die Pandemie den Amateursport mit voller Härte. Besonders betroffen waren und sind noch immer die sogenannten Hallensportarten, wie unser Eishockey. Doch Amateur-Eishockey sind nicht nur unsere Vereine und die gemeldeten Akteure. Zum Amateursport zählen auch diejenigen, die nicht (nur) im Verein am Spielbetrieb der Verbände teilnehmen. Diejenigen, die sich selbst organisieren und das manchmal sogar professioneller als mancher Verein.

Eines der herausstechendsten Beispiele für die Leidenschaft die hinter manchen Hobbyteams und deren Turniere und steht liefert einmal mehr der GummibärenCup in Dortmund.

Obwohl die Voraussetzungen alles andere als optimal sind aktuell, gelang es EHV-Fanbetreuerin und Eisadler-Spielerin Pia Wittenhofer auch in diesem Jahr nicht nur das bekannte Dinslakener Sommereis, sondern auch erneut den GummibärenCup, das HobbyTurnier ihres Teams, der GummibärenBande, innerhalb kurzer Zeit auf die Beine zu stellen.

Ich konnte Pia dazu interviewen und man merkt sehr schnell beim lesen, wieviel Herzblut, nicht nur für das Turnier oder das Sommereis, sondern überhaupt für den Sport ihr Antrieb ist:

Zum 3. Mal steht nun der GummibärenCup nach einigem hin und her vor der Tür. Pandemiebedingt unter sehr besonderen Voraussetzungen. Beschreib uns doch gerne mal die Herausforderungen, die die Organisation in diesem Jahr alles mit sich brachte. 
Also im Grunde habe ich dieses Jahr 3 verschiedene Turnierarten geplant. Der ursprüngliche Plan waren 12 Mannschaften an 2 Tagen. Da Corona aber nicht wirklich besser wurde zum Jahresbeginn, verlief die Orga dann auf eine 8er Gruppe an 2 Tagen bei einer Inzidenz unter 35, um die Personenzahl zu minimieren und mit den gegebenen Kabinen besser planen zu können. Dass wir diese Inzidenz nicht halten können, war zu Urlaubsbeginn schnell klar, doch bevor uns das dazwischen kam, bekamen wir 5 Wochen vor dem Turnier plötzlich die Mitteilung, dass die DEU (Deutsche Eislauf Union a. d. R.) eine Veranstaltung in Dortmund an dem Wochenende plant und wir kein Turnier veranstalten können. Entsprechend groß war die Enttäuschung. Diese Woche erhielten wir erst die Mitteilung, dass wir den Samstag 4 Stunden Eis bekommen könnten und so ging ganz schnell die 3.Turnierorga los. Ich bin sehr froh, dass die Teams so super mit uns zusammenarbeiten. Ohne die enge Zusammenarbeit und dem ständigen Austausch, wäre das alles nicht möglich gewesen. Entsprechend bin ich einfach nur happy, dass wir nächste Woche spielen dürfen, auch wenn es sehr stressig war. Drei der teilnehmenden Teams kennen unser Coronakonzept bereits aus dem letzten Jahr, das 4.Team ist unter den aktuellen Auflagen über dem Sommer bereits auf dem Eis gewesen, sodass das Thema Corona eigentlich keinen großen Problemanteil bei der ganzen Orga hatte. Mit den 3G´s können wir alle gut leben und die nicht mehr vorhandene Personengrenze, macht es noch einfacher. Die Coronaentwicklung und die Abweichung von den Inzidenzstufen und Zahlen macht eine Orga halt sehr schwierig.
Nun findet das Turnier aus den bekannten Gründen mit nur 4 Teams und zeitlich begrenzt ohne offene Tür statt. Musstest Du auch Teams absagen und wie waren die Reaktionen darauf?
Aufgrund der ersten Absage musste ich ja bekanntlich allen erst einmal absagen. Da ich mit der Halle aber bereits sprach, ob ein Freundschaftsspiel über einen Zeitraum von 3h möglich wäre, habe ich den Teams hier aus der Gegend bereits gesagt, dass sie sich dennoch den Termin freihalten sollen. Leider kam erst diese Woche der Belegungsplan von der Veranstaltung der DEU, sodass das entsprechend alles sehr kurzfristig war. Die Teams waren natürlich enttäuscht, freuen sich aber schon auf den Cup im nächsten Jahr, hoffentlich in einem großen Maßstab wieder.
Was war Dein erster Gedanke, als es das Go gab?
Effektiv bekam ich ja zweimal ein Go, mit einer Absage. Natürlich war die Freude bei beiden Go´s groß. Bei dem zweiten Go stieg natürlich sofort das Adrenalinlevel, da innerhalb weniger Stunden die Orga stehen musste und innerhalb von ein bis zwei Tagen alle Teams sich zurückgemeldet haben mussten. Das war sehr anstrengend. Entsprechend war ich froh, als mir endlich alle Teams zusagten, die Pokale eintrafen und alle Erledigungen gemacht waren. Inzwischen ist das nur noch Vorfreude. Die Teams sind heiß.
Werdet Ihr auch Zwischenergebnisse veröffentlichen? 
Da wir alle selbst mitspielen vom Orgateam, wird dazu keine Zeit bleiben. Schließlich sind es nur 6 Spiele, wovon jedes der Teams 3 Stück spielt. Es gibt dann wieder eine Zusammenfassung am nächsten Tag.
Du organisierst zudem ja auch in diesem Jahr erneut das Sommereis in Dinslaken. Nach der eishockeyfreien Zeit sind die Anmeldungen vermutlich besonders viele gewesen?  
Zu Beginn sind mir die Spieler regelrecht die Tür eingelaufen. Über die Urlaubszeit und der  Inbetriebanhme weiterer Eishallen wurde es dann ein wenig schwieriger, die Eiszeiten voll zu bekommen. Auch Corona machte uns da immer mal wieder Probleme, wenn Spieler aufgrund von Kontakt zu Infizierten dann kurzfristig ausfielen. Aber im Grunde ist das Interesse immer groß genug, sodass wir unseren 5. Sommer zwar beenden, uns aber auf den 6. Sommer schon freuen.
Musstest Du bei Offiziell-Verantwortlichen viel Überzeugungsarbeit leisten, speziell nachdem man ja bereits im letzten Jahr bewiesen hat, wie so etwas auch in einer Pandemie funktionieren kann?
Also die Absprache mit der Halle und der Stadt Dortmund liefen dieses Jahr super. Da unser Turnier letztes Jahr ohne bekannte Ansteckung verlief und wir unser Hygienekonzept weiter angepasst haben mit Dingen, die letztes Jahr noch ausbaufähig waren, bekamen wir nach Einreichen unserer Konzepte und Planungen die direkte Genehmigung. Mit einer engen Zusammenarbeit kann man vieles Erreichen.
Gab es Unterschiede, bei den Genehmigungen aus Dinslaken und Dortmund? Wenn ja, welche? 
In Dinslaken musste ich ja im Grunde nur auf die Inzidenz achten und warten, dass die Eishalle wieder öffnete. Da fielen die Gespräche mit der Stadt weg, somit brauchten wir kein Hygienekonzept entwickeln. Ich stand seit Februar mit beiden Eishallen regelmäßig in Kontakt. In Dortmund konnte ich auf die schon existierenden Dokumente bauen und entsprechend erweitern.

 

Eishockey ist bekanntermaßen grad für die Akteure weniger Sport, sondern ein Lifestyle. Du als aktive Spielerin bei den Eisadlern, Hobbyspielerin, Organisatorin bei den Gummibären, Fanbeauftragte beim EHV und Coronabeauftragte bei den Eisadlern hast Dich voll und ganz dem Eishockey verschrieben. Beschreib uns doch gerne mal Deine Gedanken im Bezug auf das Eishockey, die Zukunft des Amateur- und Hobbyeishockeys und auf die persönliche sportliche Entwicklung in den letzten eineinhalb Jahren.

Meine Gedanken im Bezug auf Hockey? Dazu könnte ich Dir einen Roman schreiben. Eishockey ist nicht nur ein Sport. Eishockey kann wie eine Familie sein, fordert, fördert und unterstützt einen. Die Entwicklung verläuft nicht nur auf dem Eis. Vorallem in den jungen Jahren kann man so viel für das Leben lernen. Diese Zugehörigkeit ist aber auch nicht nur auf dem Eis zu spüren. Wenn man sich mal die ganzen Fanszenen anschaut an den einzelnen Standorten und auch bei Länderspielen und WM´s, das ist einfach unglaublich. Ich selber bin auf und neben dem Eis in ganz Deutschland unterwegs und durfte viel erleben. Das möchte ich alles nicht mehr missen. Umso mehr fehlte das natürlich in der gesamten Coronazeit. Am meisten merkt man das aber auf dem Eis. Uns fehlt eine ganze Saison. Als Teil der Eisadlerfamilie und Spielerin merkt man an vielen Stellen, dass Corona vieles kaputt gemacht hat. Im Nachwuchs fehlen die Kinder, es fehlt ein ganzes Jahr die Laufschule. Entsprechend haben die unteren Jahrgänge Problem, aber das Problem haben ja alle Vereine in allen Sportbereichen. Die Eisadler Damen haben sich zum Glück über den Winter per Zoom fit gehalten, aber das ist halt nicht das selbe. Zum Glück stand ich letzten Sommer und auch diesen Sommer komplett in Dinslaken und Herne auf dem Eis, sodass ich inzwischen wieder ein wenig reingekommen bin. Aber es ist schon erschreckend zu sehen, wie es anderen gerade im Hobbybereich ergangen ist, so komplett ohne Eishockey in den 1,5 Jahren. Da bin ich den Eisadlern schon dankbar, dass wir da in unseren Möglichkeiten trainieren konnten. Mit der aktuellen 3 G-Regel können wir denke ich mal gut leben in den Vereinen. Es ist wichtig, dass wir nicht noch ein Jahr verlieren. Die nächsten Jahre werden wir aber leider mit den Auswirkungen von Corona noch zu kämpfen haben. Entsprechend ist es wichtig, dass wir uns im gesamten Eishockeysport gegenseitig unterstützen, um diese Krise zu meistern. Aber auch den Hobbybereich trifft es. Einige Teams sind bereits seit ein paar Wochen auf dem Eis. Überall bekommt man mit, dass die Spieler fehlen. Der eine weigert sich gegen die 3G´s, andere wollen keine Maske tragen, andere wiederrum haben keine Motivation zu trainieren, wo unsere Hobbyliga bereits abgesagt wurde. Ich kann sie einerseits alle verstehen, andererseits bin ich einfach nur froh Eishockey zu spielen und arrangiere mich mit den aktuellen Auflagen. Aber das bleibt natürlich jedem selbst überlassen. Am liebsten wäre mir natürlich auch, dass wir wieder ohne das alles auskommen könnten. Aber die Gesundheit aller geht nunmal vor.
Was möchtest Du noch mitteilen? Gibt es Leute, denen Du danken möchtest, oder hast Du einen Appell oder eine Bitte an die Leute draußen?
Eishockey ist ein zu schöner Sport, als das man ihn bei den noch wenigen Auflagen nicht ausüben kann. Man arrangiert sich mit der Zeit, dass der schönste Sport fehlt. Doch die, die sich noch fern halten: geht wieder in die Kabine und ich sage euch, sobald der Kabinenduft in der Nase und das Knacken des Eises unter euren Kufen wieder eure Ohren durchströmt, flammt die Sehnsucht nach Eishockey wieder auf. Einen Dank möchte ich an die Stadt Dortmund und die Eishallen Dortmund, Dinslaken und Herne richten, die das Vertrauen zur Veranstaltung von Tranings, Spielen und dem Turnier mir gegeben haben. Und natürlich an alle Spieler, die ich seit dem Frühjahr wieder auf dem Eis dabei hatte. Das Leben ist zu kurz, um auf Hockey zu verzichten. In diesem Sinne: Puck ahoi!
Vielen Dank Pia.

Eckdaten zum Turnier:

 

  • Der GummibärenCup geht am 04. September in seine 3. Auflage.
  • Gestartet wird um 17:45
  • Pandemie-Auflagenbedingt kann das Turnier nicht von Aussenstehenden besucht werden.
  • Zum Teilnehmerfeld gehören neben dem Gastgeber und Titelverteidiger der Gummibärenbande, das Team Sutter, dass letztes Jahr auf Platz 3 landete, das Best Of Sommereis Team, die im letzten Jahr Platz 2 belegten und das Team der Schalker Haie.
  • Gespielt wird in einer Gruppe mit allen 4 teilnehmenden Teams mit 25 Minuten Spielzeit fortlaufend.

Eishockey in NRW wünscht allen Teilnehmern viel Erfolg und vor allem viel Spaß!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0