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Das „Besondere“ zum „Normalen“ machen

Ein paar Gedanken...

 

Wer gestern bei den Jungens von My Dirty Hockey reingeschaut hat, wird sofort den Zusammenhang zwischen diesem Artikel und der Sendung sehen. Denn es zeigt sich immer wieder auf‘s Neue, und darauf haben die beiden gestern noch einmal sehr treffend aufmerksam gemacht, dass Frauen im Sport, speziell  in „klassischen Männersportarten“, wie dem Eishockey noch immer nicht richtig angekommen sind, obwohl es allein in Nordrhein Westfalen aktuell 18 in Ligen gemeldete Mannschaften mit Frauen gibt! Allein der Kölner EC stellt 4 Mannschaften, je eine pro Spielklasse. 

Dazu gesellen sich noch Teams. wie die Frauen des Herforder EV, die zwar noch nicht am offiziellen Ligabetrieb teilnehmen konnten, aber dennoch hier nicht unerwähnt bleiben dürfen. Denn es erfordert noch immer viel Schweiß und Mut ein Frauenteam aus dem Boden zu stampfen.

 

Dass Eishockey keine reine Männerdomäne mehr ist liegt dabei doch klar auf der Hand, nicht umsonst hat der Sport in den letzten Jahren einen entsprechend großen Zulauf bekommen.

Und trotzdem stellt sich ein entscheidendes Problem klar heraus: 

Wir machen Eishockeyspielende Frauen noch immer zu etwas „Besonderem“! Und das ist meiner Meinung nach grundfalsch! Frauen, die Eishockey spielen sind nichts „Besonderes“, sondern NORMAL! Sie sind genauso Sportler, wie ihre männlichen Kollegen und stehen denen in nichts nach! Auch Frauen geht es schlicht darum sich im sportlichen Wettkampf zu messen und das beste aus sich herauszuholen!

Jetzt werden die Aberer natürlich sagen:“Ja, aber die Frauen spielen ja ein anderes Eishockey, viel geschützter, weniger Körperkontakt, bla bla...“ 

Jep, das stimmt, aber ist das so, weil die Spielerinnen das so möchten? Oder ist viel mehr so, weil die Entscheidungsträger für den Spielbetrieb, weitestgehend, teils ältere, Herren, das so festlegen? 

Das soll jetzt nicht heißen, dass ich es gut heißen würde, wenn sich die Frauen auf dem Eis gegenseitig das Esszimmer renovieren, aber Eishockey ist ein körperbetonter Sport und nicht von ungefähr werden immer wieder Forderungen von Spielerinnen laut, auch bei den Frauen Checks zuzulassen. 

Und der nächste Aberer: „Ja, aber Frauen sind ja auch körperlich unterlegen!“

Ist das so? Vor allem untereinander? 

Sicher, jemand Marke 2x2 Meter, P1 Türsteher wird vermutlich stärker sein als so manche Frau! Aber das sind doch Extrembeispiele, die hier schlicht keine Alltagsanwendung finden.

 

Worauf will ich eigentlich hinaus? 

Unter‘m Strich ist es doch so: Durch viele kleine Unterschiede in Regeln und Spielbetrieb wird das Frauen-Eishockey teilweise noch immer zu etwas „negativ-Besonderem“ gemacht und kann somit nicht „Normal“ in der allgemeinen Wahrnehmung werden!

Dabei sollte es im Sport doch eigentlich nur um eines gehen: Die Leistung! 

Und wenn die Leistung entscheidet, wird das Geschlecht zur Nebensache! 

Denn als Frau im Eishockey ist man weder besser, noch schlechter als das männliche Gegenüber!

 

Euer Chris von Eishockey in NRW