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Offener Brief zur Abmeldung der Seniorenmannschaft an den ESV Bergisch Gladbach

Sehr geehrter Herr Schüller und weitere Damen und Herren des Vereins. Am Mittwoch den 21.10.2020 schockten Sie, wenn man so will, ganz Eishockey-NRW, als Sie für viele unverhofft und plötzlich die Abmeldung des Regionalligateams vom Spielbetrieb ohne nachvollziehbare Begründung bekannt gaben. Mit dieser Entscheidung ließen Sie neben enttäuschten Fans und Spielern auch jede Menge Fragezeichen bei Vereinen, geneigten Zuschauern und auch uns zurück. 

Wieso haben wir Fragezeichen und wieso ist die Begründung für Außenstehende nicht nachvollziehbar, werden Sie sich nun evtl. Fragen.

Nunja, als Begründung werden hier in erster Linie „unabsehbare Unwegbarkeiten“ aufgrund von Corona angeführt, jedoch wird weiter nicht klar, von welchen Unwegbarkeiten die Rede ist und vor allem, wieso diese nicht überwindbar wären. 

Herr Schüller, Sie als Vize des Verbandes sollten nur zu gut wissen, welchen Aufwand andere Vereine, die sowohl finanziell, als auch personell nicht viel anders aufgestellt sind, als der ESV, zur Zeit betreiben um einen Spielbetrieb zu gewährleisten um den Fans und insbesondere den Spielern ihre Leidenschaft zu ermöglichen. Nehmen wir den EHC Neuwied! Die Bären geben den Kampf um ihre Spielstätte nicht auf, obwohl es zum Teil ein Kampf gehen Windmühlen ist. Nun mag der EHC finanziell etwas besser gestellt sein, als der ESV, das ändert aber nichts an der Richtigkeit der Aussage! Alle Vereine sind von Corona betroffen und schaffen es dennoch einen Spielbetrieb zu stemmen. 

Ein Zuschauerwegfall aufgrund Corona kann in Bergisch Gladbach jedenfalls kein Grund sein, der zu finanziellen Unwegbarkeiten führen würde. Die im Schnitt 50 Zuschauer würden in der Arena auch im Rahmen eine Hygienekonzeptes locker Platz finden. Ein Mehraufwand an Reisekosten, wie in jeder anderen Spielzeit ist auch nicht erkennbar und scheidet somit ebenfalls als Argument aus. 

Die mit Kosten verbundene Einführung eines digitalen Ticketsystems ist auch nicht erforderlich. 

Der Tenor ist eindeutig: Viele Eishockeyfreunde in Nordrhein-Westfalen sehen Corona in diesem Falls als vorgeschobene Ausrede an und diesem Eindruck können wir uns auch nicht erwehren. Durch Schieflagen ganz anderer Natur scheint es zu dieser Situation gekommen zu sein. Da kommt das arme Virus als Buhmann grad recht, hat man den Eindruck, um sich nicht groß rechtfertigen zu müssen. 

Wir wünschen uns  inständig, dass Sie diesen Schritt noch einmal nachvollziehbar begründen. 

Es geht hier keineswegs um Rechtfertigungen Ihrerseits, wir und alle Anderen möchten diesen Schritt einfach nachvollziehen können, das dieser ja durchaus einscheidend für das NRW-Hockey ist. 

Was für uns auch nicht nachvollziehbar ist, ist die Frage, wieso der Verein die Saison plant inklusive Testspiele, Spielplan und und und, obwohl ja da Virus und dessen Entwicklungsmöglichkeiten zu diesem Zeitpunkt mehr als absehbar waren? Das ergibt für uns überhaupt keinen Sinn und untermauert den Eindruck der vorgeschobenen Ausrede! 

Auch der Fairness der anderen Teams gegenüber, den Zuschauern, Spielern und allen Anderen hoffen wir, dass Sie noch einmal auf diese Fragen eingehen und am Ende nicht der jetzige Eindruck Bestand hat. 

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