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Wer in welcher Liga und warum? Ein Versuch die aktuelle Situation zu sortieren

Eine ziemlich ereignisreiche Woche neigt sich dem Ende zu und seit heute Früh kann man die Dinge zumindest versuchen mal ein wenig zu sortieren. Worum geht's? Natürlich um die Ligengestaltung im Eishockeyverband NRW bzw. welcher Verein in Zukunft wie für welche Liga plant. Bevor wir das Ganze versuchen einigermaßen zu ordnen blicken wir noch einmal kurz zurück: 

Am 09. Mai, also vor genau 3 Wochen fand seitens des EHV-NRW mit den zuletzt aktuellen Regionalligisten, manchen Landesligisten, sowie Vertretern der Oberliga Nord und des DEB einen Ligentagung via Videocall statt. Hauptsächlich ging es dabei um die kommende Regionalligasaison, welche Vereine unter welchen Bedingungen überhaupt weiterhin, oder neu an dieser teilnehmen werden, können, wollen. Klar war, eine Regionalliga West mit 7 Teams und einer recht unsinnigen Hauptrunde, kurzum eine Saison wie die Letzte, sollte nicht noch einmal passieren. Laut den teilnehmenden Vereinen tauschte man sich zwar rege aus, konnte aber keine konkreten Ergebnisse erzielen, geschweige denn eine Grundlage für die weiteren Gespräche schaffen. So zumindest der Eindruck vieler Teilnehmer. In der Folge fand die EG Diez-Limburg in Ihrem Statement zur Runde als erster Verein sehr klare Worte in Richtung Verband und den anderen Teams. Es wurde bereits in diesem Statement sehr klar, dass die Rockets auf eine schnelle Lösung, oder wenigstens einen stehenden Plan drängen, unabhängig davon, ob die Saison coronabedingt stattfinden würde. Bereits in diesem Statement brachte die EGDL auch die Möglichkeit der Oberligalizenzbeantragung ins Spiel, während andere Vereine ihre Statements etwas diplomatischer verfassten. Der Herforder EV beispielsweise sprach davon, dass die aktuelle unabsehbare Situation rund um COVID-19 keine Möglichkeit definitiver Entscheidungen gibt. 

 

Drei Wochen später wissen wir, die EG Diez-Limburg hat ernst gemacht und die Lizenzunterlagen für die Oberliga Nord bei DEB eingereicht, Herford und Hamm haben nachgezogen und ebenfalls den Spielbetrieb in der Oberliga beantragt. 

Auf der anderen Seite haben sich aber die Moskitos Essen und die Füchse Duisburg aus der Oberliga Nord zurückgezogen und priorisieren eine Teilnahme an der Regionalliga West.

Ebenfalls ganz konkret für eine Regionalligateilnahme haben sich der EHC Neuwied und die Dinslaken Kobras ausgesprochen

„Durch Corona ist alles momentan zu wenig kalkulierbar. Wir werden die Zukunft unseres Vereins nicht aufs Spiel setzen, in dem wir solch einen Schritt gehen. Oberliga zu spielen, wäre aktuell Harakiri und grob fahrlässig. Wir müssen hier auch an unseren Nachwuchs denken, den wir vor allem im letzten Jahr aufgebaut haben. Hier sind die meisten Mitglieder unseres Vereins zu Hause“, erklärt der EHC-Vorsitzende Uli Günster, dass die Bären die am 1. Juni auslaufende Frist für die Einrichtung der Oberliga-Bewerbungsunterlagen verstreichen lassen und sich voll und ganz auf die Regionalliga West konzentrieren werden. Günster: „Es gibt in diesem Jahr einfach zu viele Sachen, die in den Sternen stehen. Vor allem jetzt kommt es auf den Zusammenhalt zwischen Verein, Spielern, Fans und Sponsoren an. Wir müssen besonders eng zusammenrücken."

Auch Olav Hamann, Pressesprecher der Kobras Dinslaken fand klare Worte im Bezug auf eine Oberligalizenz: “Derzeit ist die Summe der Zuschauereinnahmen plus die finanzielle Unterstützung durch Sponsoren bei den Kobras ein ganzes Stück davon weg, einen Oberliga - Etat stemmen zu können. Zwar wächst das Sponsoren - Portfolio stetig, doch es reicht derzeit keinesfalls, um in die Oberliga nachrücken zu können. Zumal im Moment noch nicht abzusehen ist, wie sich die wirtschaftliche Lage bei unseren Partnern durch Covid 19 entwickelt. Und eines ist mal glasklar: Wir werden nicht durch Himmelfahrtskommandos die Existenz des Vereins aufs Spiel setzen."

 

Wie könnte also eine Regionalliga West in der kommenden Spielzeit aussehen? 

Fest steht, dass es mit Duisburg, Essen, Dinslaken und Neuwied aktuell erst 4 Vereine gibt, die ganz explizit eine Regionalligateilnahme zugesagt haben. Ebenfalls ist davon auszugehen, dass auch die Ratinger Ice Aliens an der kommenden Regionalliga teilnehmen wollen, teilnehmen werden. 

Der Neusser EV hingegen hatte auf der Videokonferenz angedeutet, sich aus dem Regionalligabetrieb sogar zurückziehen zu wollen. Ob mit oder ohne dem NEV ist natürlich eine Regionalliga West mit 5 Teams nicht tragbar bzw. nicht attraktiv für den geneigten Zuschauer.

Eine alternative Regionalliga, die gleichzeitig auch über eine Saison hinaus existieren könnte sähe unserer Meinung nach in etwa so aus: 

Dusiburg, Essen, Dinslaken und Neuwied stehen fraglos fest in diesem Planspiel. Ratingen und und Neuss entscheiden sich ebenfalls für eine Regionalligateilnahme. Wir haben also 6 Teams. Der ESV Bergisch Gladbach, sowie die Eisadler Dortmund haben ihrerseits bereits signalisiert einer Regionalligateilnahme zumindest nicht abgeneigt zu sein. Spekulieren wir nun darauf, dass aufgrund der sportlichen Aussicht auch die Wiehler Penguins und der EHC Troisdorf sich für die Regionalliga West aussprechen, hätten wir die Sollstärke von 10 Teams erreicht. Daraus könnte man eine Saison mit einer Einfachhauptrunde aus 18 Spielen pro Team gestalten. Platz 9 und 10 gehen in die Playdowns, Platz 1 bis 8 in die PlayOffs in einem Best Of Three, oder Best of Five. 

 

Und was ist mit der Bezirks- und Landesliga NRW?

Da würde sich nicht allzuviel verändern, wenn man davon ausgeht, dass die Teams genauso erhalten bleiben. Vielleicht überlegt man aber auch die Landes- und Bezirksliga zusammen zu legen, je nach dem wieviel Teams von den verbleibenden 15 Mannschaften wirklich gemeldet werden. 

 

Eines steht auf jeden Fall fest: Der Sommer wird auch unabhängig vom Wetter scheinbar heiß!

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