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Erster Sieg, Overtime-Krimi und Souveränität - So lief der letzte Spieltag der PrePlayOffs

Ein Sieg im Nachbarschaftsderby  vor der Sommerpause.

 

Für die Ratinger Ice Aliens und die Dinslaken Kobras war bereits war bereits vor der letzten Partie der Regionalliga Zwischenrunde klar, dass es das jeweils letzte Spiel in dieser Saison sein wird, nachdem beide Mannschaften keine Chance mehr auf eine Teilnahme an den Playoffs hatten.

Klar war auch, dass sich die beiden Nachbarn sicherlich angemessen bei ihren Fans verabschieden wollten. Am Ende der Partie gelang das aber leider nur den Gästen aus Dinslaken, die einen ungefährdeten 3:7 Sieg mitnahmen, was zudem der erste Sieg in dieser Spielrunde war, und schoben sich zu allem Überfluss auch nich auf Platz 5 der Tabelle vor, also an den Ice Aliens vorbei, denen damit nur noch Rang 6, also der letzte Tabellenplatz der sogenannten PrePlayOff-Runde blieb.

Das Ergebnis war zwar eindeutig, das Spiel jedoch keineswegs einseitig. Insbesondere in der Anfangsphase der Partie wirkten beide Teams hellwach und es machte keineswegs den Anschein, dass irgendeiner der Akteure hier irgendetwas herschenken wird.

Pascal Rüwald brachte die Ratinger Gastgeber sogar zunächst in Führung, da waren rund 10 Minuten absolviert. 

Doch das Spiel kippte innerhalb von zweieinhalb Minuten zu Gunsten der Gäste. Als Tobias Brazda wegen Hakens in der Ratinger Strafbox platz nehmen musste nutzten die Kobras die daraus entstandene Überzahl und glichen durch Philipp Heffler in der 14. Minute aus. Zweieinhalb Minute danach drehte Dominick Spazier das Spiel zu Gunsten der Giftschlangen und es ging bei einem Stand von 1:2 in den Ratinger Kabinenbereich.

Pascal Rüwald glänzte zudem durch unsportliches Verhalten, so sah es jedenfalls Referee Markus Krawinkel, und setzte den Stürmer für 10 Minuten auf die Bank.

Die Ice Aliens gaben jetzt mehr und mehr Spielanteile ab und mussten in Minute 25 erst das 1:3 durch Henrik Müller und in Minute 36 das 1:4 durch Sven Schiefner hinnehmen.

Mit einer, für die Giftschlangen, angenehmen 1:4 Führung ging es schließlich zum zweiten Pausentee.

Trotz der Dinslakener 3-Tore-Führung lieferten sich die beiden Mannschaften auf dem Eis im dritten Spielabschnitt einen teils offenen Schlagabtausch.

Leon Taraschewski erhöhte in der 45. Minute zunächst auf 1:5 für die Kobras, eine Minute später brachte Marco Clemens die Gastgeber auf 2:5 heran.

Dennis Appelhans traf in der 52. Minute dann wieder für die Dinslakener, ehe Alexander Brinkmann den dritten und letzten Treffer für die Ratinger in der 54. Minute erzielte.

Den Schlusspunkt markierte letztlich Sören Hauptig in Minute 59 mit seinem Treffer zum 3:7 Endstand für die Kobras.

(Foto: Pressemitteilung Dinslaken Kobras)
(Foto: Pressemitteilung Dinslaken Kobras)

Neuwied untermauert gegen Hamm Platz 2.

 

Zwar war dem EHC Neuwied der zweite Tabellenplatz in der PrePlayOff-Runde der Eishockey Regionalliga West bereits vor der Partie gegen die Hammer Eisbären nicht mehr zu nehmen, dennoch schien sich das Team von Leos Sulak keinesfalls auf seinen Erfolgen ausruhen zu wollen. In einer spannenden Partie mit einem besonders starken Neuwieder Mitteldrittel schlugen die Bären die Gäste aus dem Ruhrgebiet mit 5:3 und untermauerte damit noch einmal den diesjährigen Anspruch an der Finalteilnahme. Doch bevor es in selbiges für die Deichstädter gehen kann wartet im Halbfinale der Herforder EV auf den Inter-Regio-Cup-Sieger. 

Das Spiel selbst begann zum Teil ruppig. So musste Igor Furda bereits nach gut 4 gespielten Minuten wegen Beinstellens auf der Hammer Strafbank platz nehmen. Auch Maximilian Herz im Bärentrikot durfte nach 8 Minuten Bekanntschaft mit der heimischen Box machen.

Nach dreizehneinhalb Minuten brach Jeffrey Smith den Torbann in diesem Spiel und brachte den EHC Neuwied vor rund 830 Zuschauern zum ersten Mal in Front. 

Bereits mit der nächsten Unterzahl war die Führung aber wieder dahin. Oliver Kraft nutzte eine Powerplaysituation der Eisbären in der 18. Minute zum 1:1 Ausgleich. Damit trennten sich Beide auch zunächst für die Pause.

Auch nach dem ersten Seitenwechsel riss keiner der Kontrahenten das SPiel so ganz an sich. Die Führung für die Hammer Eisbären durch Kevin Orendorz in in Minute 26 hielt dementsprechend auch nur knappe zwei Minuten. Knut Apel glich nach einem Zuspiel von Deion Müller zum 2:2 für die Hausherren aus.

In der Schlussphase des Mittelabschnittes stellten die Bären dann aber auf Sieg und gingen dank zwei schneller Treffer von Sam Aulie (38.) und Frederic Hellmann (40.) mit einem komfortablen 4:2-Vorsprung in die Kabinen.

Die Partie verlor anschließend etwas an Tempo und spätestens nachdem Deion Müller zum 5:2 für den EHC Neuwied in der 48. Minute einnetzte war der Sieg entschieden. Kevin Thau erzielte zwar noch den dritten Eisbärentreffer, doch letztlich war das Tor in der 58. Minute nur noch Ergebnischirurgie.

 

EGDL dreht 3-Tore-Rückstand und siegt in der Overtime.

 

Die Herforder Ice Dragons wollten scheinbar beim Ligaprimus in Diez noch einmal ein Zeichen an die restlichen Halbfinalteilnehmer senden, was dem Team von Trainer Jeff Jobb bis zur Hälfte der Partie auch bravourös gelang.

Doch trotz einer Herforder 3-Tore-Führung konnten die Rockets vor ca. 260 heimischen Zuschauern zurückkommen und unterstrichen mit ihrem 5:4 Overtime-Sieg einmal mehr ihre diesjährige, bisherige Ausnahmestellung in der Liga.

Das erste Drittel bot weder Tore, noch Strafen, dafür aber jede Menge Chancen , und vor allem zwei Spitzengoalies, auf beiden Seiten. Immer wieder verhinderte Jan Guryca und Jendrik Allendorf die Führung des Gegners.

Mehr Action fand sich aber dann im mittleren Spielabschnitt. Fabian Staudt nutzte die erste Herforder Überzahl zum Führungstreffer in der 23. Minute, nachdem er den Puck von Guillaume Naud erhalten hatte.

Und das Duo schlug gleich 5 Minuten später erneut zu, dieses Mal bereitete Staudt den Treffer für Naud vor und brachte den HEV damit mit 0:2 in Führung.

Der Torsegen für Herford riß zunächst nicht ab, im Gegenteil: Max Droick schraubte den Spielstand in der 33. Minute auf 0:3 für die Gäste hoch. 

Langsam musste sich die EG Diez-Limburg etwas überlegen, wollte man nicht im letzten Spiel der Zwischenrunde auf heimischen Eis verlieren. Und tatsächlich brachte EGDL Kapitän Kevin Lavallee die Gastgeber noch vor dem letzten Seitentausch auf 1:3 heran. Das geschah in der 38. Spielminute.

Mit diesem psychologischen Vorteil des Treffers kurz vor der Sirene und vermutlich klaren Worten von EGDL Coach Frank Petrozza im Gepäck ging es für die Teams zurück auf‘s Eis. Doch der Anschlusstreffer für die Hausherren blieb zunächst aus. Stattdessen sorgte Luca Häufler für einen erneuten 3-Tore-Vorsprung für die Ice Dragons in Minute 47.

Die Rockets haben ja in dieser Saison bereits bewiesen, dass sie über eine tolle Moral verfügen, aber ein 1:4 gegen den amtierenden Regionalliga West Meister aufzuholen, dass wäre für die meisten Teams eine „Mission Impossible“ gewesen, nicht aber für Limburger. Nur eine Minute nach dem Treffer zum 1:4 besorgte Kyle Piwowarczyk das 2:4 und abermals eine Minute später war es erneut Kevin Lavallee, der mit seinem zweiten Treffer den für die EGDL so wichtig Anschluss erzielte.

Für den Herforder EV hieß es jetzt die eigene Burg mit allen Mitteln zu verteidigen und bis 2 Minuten vor Ende der regulären Spielzeit gelang das auch ganz gut, doch dann nur 115 Sekunden vor Ende der Partie traf Andre Bruch doch noch zum Ausgleich und so ging es für die beiden Teams in die Overtime.

In dieser galt es für den HEV erst einmal 2 Unterzahlen zu überstehen, was zwar gelang, aber sichtlich weiter an den Kräften zerrte.

In der 67. Spielminute ließ RJ Reed schließlich alle Hoffnungen auf einen Auswärtssieg zerplatzen, als der 27 Jahre alte Kanadier zum goldenen 5:4 für die EGDL traf.

Für beide Mannschaften heißt es nun: Volle Konzentration auf‘s Halbfinale und wer weiß, vielleicht treffen die beiden ja in der Finalserie noch einmal aufeinander.

(Text: Chris Rausching - Eishockey in NRW / Foto: fischKoppMedien)
(Text: Chris Rausching - Eishockey in NRW / Foto: fischKoppMedien)

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