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Solinger Tradition steht auf dünnem Eis

Der folgende Artikel stammt von Thomas Rademacher aus dem Solinger Tageblatt und ist hier im Original zu finden.

Eishockey hat in Solingen Tradition. 1985 gewann der Schlittschuh-Club die Oberliga-Meisterschaft, lange spielten der Verein und dessen Nachfolger in der Eissporthalle an der Birkerstraße vor ansprechender Zuschauerkulisse. Doch zuletzt befand sich der EC Bergisch Land zumindest bei den Männern auf einem absteigenden Ast. In der ohnehin nicht besonders hoch angesiedelten Landesliga verpasste es das Team sogar, sich für die Aufstiegsrunde zur Regionalliga zu qualifizieren. „Das soll sich ändern“, sagt Wolfgang Lingen, der auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung zum neuen Vorsitzenden gewählt wurde. Frauke Rautenberg war zuvor zurückgetreten.

Im Nachwuchs lief es deutlich besser. Die U13 feierte die Landesliga-Meisterschaft, die U15 scheiterte nur knapp. „Aber wir müssen den Kindern auch eine Perspektive geben, wo sie später spielen können“, erläutert Lingen. „Denn seien wir ehrlich: Wir sind ein Breitensportverein. Die größten Talente gehen schon früh zu den Clubs, bei denen auch in der Jugend das Leistungsprinzip gilt.“
Gemeint sind die Kölner Haie, Düsseldorfer EG oder Krefeld Pinguine. „Uns liegt es am Herzen, im Nachwuchs alle mitzunehmen. Aber irgendwann stellt sich die Frage, in welcher Mannschaft sie im Seniorenbereich spielen können.“

Die eigene erste Mannschaft soll wieder ein ebenso erstrebenswertes wie erreichbares Ziel sein. „Viele der derzeit dort aktiven Spieler haben früher auch im Solinger Nachwuchs gespielt“, sagt Lingen, der noch einen weiteren Grund für die Notwendigkeit einer deutlich besseren Ersten sieht: „Wenn es Erfolge bei den Männern gibt, hat das eine viel größere Strahlkraft. Man wird als Verein in der Stadt besser wahrgenommen.“

Breite öffentliche Unterstützung könnte dem ECB schon bald zugutekommen. Denn die Zukunft der Eissporthalle ist ungewiss. Bis 2021 hat die Lebenshilfe als Eigentümer eine Bestandsgarantie gegeben - sollte die veraltete Kühltechnik noch so lange halten. „Sonst kann auch von einem auf den anderen Tag Schluss sein“, hadert Lingen. Spätestens in zwei Jahren, so der aktuelle Stand, benötigen nicht nur der Eishockeyverein, sondern auch die Eiskunstläufer des Solinger TB sowie die Eisstockschützen eine neue Bleibe. Die Stadt Solingen und ein potenzieller Investor suchen derzeit nach einem geeigneten Standort. „Wir sind in diesen Planungen aktuell außen vor“, sagt Lingen, „haben aber Ende des Monats einen Termin bei der Stadt.“

Der ECB möchte in den nächsten zwei Jahren vor allem seine Hausaufgaben machen, im Nachwuchs gute Arbeit leisten und bei den Männern wieder ein größerer Faktor werden. „Früher waren wir ein unangenehmer Gegner. Egal, auf wen wir getroffen sind. Dahin wollen wir zurück“, stellt Lingen klar.

In der Landesliga will das Team unter den ersten Vier landen, um sich für die Aufstiegsrunde zu qualifizieren. Der Sprung nach oben soll mittelfristig folgen. Damit dies gelingt, ist der Club gerade dabei, sich wieder besser aufzustellen. Mit Ralf Alberts wird ein A-Lizenz-Trainer die Landesliga-Mannschaft coachen. Außerdem kehren Topspieler wie Nico Rosewe und Marvin Wintgen zum ECB zurück. Kapitän und Urgestein Tim Neuber wird ebenfalls wieder zum Schläger greifen. Der 37 jährige fiel den Großteil der vergangenen Saison mit einem Muskelbündelriss aus.
Im Jugendbereich tritt der Cub in allen Altersklassen an. Interessierte Kinde sind jederzeit willkommen.

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